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Herbst 2021 – Charles Hubert Gervais – Super flumina Babylonis

14. November | 18:00 - 19:30

St. Ursula Schwachhausen
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Beschreibung

ACHTUNG: Wegen der Bestimmungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie am 29.10.2020 auf neuen Termin in 2021 verschoben! –

Standen 2017 Marc-Antoine Charpentier und 2018 André Campra im Mittelpunkt der Konzerte, so sollen in diesem Jahr Werke von Jean-Baptiste Lully (1632 – 1687) und Charles Hubert Gervais (1671 – 1744) erklingen. 

Mit Lullys Miserere von 1664 kehren wir sozusagen zum Begründer der klassischen, französischen Musik dieser Epoche zurück. Sein Stil beeinflusste nicht nur die Musik Frankreichs bis zum Ende des Ancien Régime, sondern strahlte nach ganz Europa aus: Purcell in England und später dort Händel, Telemann und Bach in Deutschland, auch A. Scarlatti und Corelli in Italien. Man kann von einer Formalisierung der Musik jener Zeit am Versailler Hof sprechen, die dann, nach Lullys Tod 1687,  fortwährenden Änderungen unterlag und sich dem jeweiligen Zeitgeschmack anpasste, ohne das Vorbild zu verleugnen. Der unbestrittene Höhe- und in gewisser Weise auch Endpunkt dieser sehr besonderen Ausprägung eines nationalen Stils war dann Jean Philippe Rameau (1683 – 1764).

Zwischen diesen beiden Komponisten liegt nicht nur zeitlich, sondern auch stilistisch Charles Hubert Gervais. Einerseits ganz dem Erbe Lullys verpflichtet, „erlaubt“ er sich harmonische und stilistische Neuerungen, die schon auf Rameaus ausgesprochen innovative und reiche Harmonik verweist. Man kann sagen, so wie Beethoven, ein aktueller Jubilar, auf dem Boden der Klassik steht, stehen Komponisten nach Lully in Frankreich auf dem Boden des durch ihn begründeten Klassizismus. Einen Beweis für die ungeheure Wertschätzung der Musik Gervais ist die fast unveränderte, d.h., ohne modernisierende Eingriffe auskommende Wiederaufführung seiner Werke, besonders seiner Oper „Hypermnestre“. Sie wurde zwischen 1716 und 1766 immer wieder im Repertoire der Académie Royale de Musique in Paris auf die Bühne gebracht; damit „überlebte“ sie sogar Rameau. Dieser unveränderten Langlebigkeit können sich nur wenige Werke rühmen, wie  z.B. Lullys Thésée, Atys und Armide als Modellopern der Epoche.

Erst seit kurzem werden durch das Centre Musique Baroque de Versailles die Werke Gervais für die Academie Royale de Musique wieder zugänglich gemacht und glänzend aufgeführt. Wir möchten nun aus dem Oeuvre Gervais die Grand Motet „Super flumina Babylonis“ („An Wasserflüssen Babylons“) für Soli, Chor und Orchester für Bremen wiederentdecken. Unser Programm mit dem Miserere Lullys und der Grand Motet Gervais wird bereichert durch kleinbesetzte Solowerke beider Komponisten.

Ort: St. Ursula Schwachhausen, 28213 Bremen

Details

Date:
14. November
Time:
18:00 - 19:30
Veranstaltungskategorie:
St. Ursula Schwachhausen